AfD-Veranstaltung in Weimar am 04.08.2017 im ehemaligen Hinterzimmer!

Am kommenden Freitag will 19 Uhr die AfD eine Wahlveranstaltung im ehemaligen „Hinterzimmer“ abhalten.
Björn Höcke und Stephan Brandner wollen diese Möglichkeit zum „Bürgerdialog“ und als Werbeveranstaltung zur kommenden Bundestagswahl nutzen. Der Vertrag mit der ehemaligen studentischen Kneipe „Hinterzimmer“ wurde nicht verlängert, weil sich die Betreiber_Innen gegen einen möglichen AfD-Stammtisch wehrten. Weiter Infos
Der, mit der AfD-sympathisierende, Besitzer will seine Immobilie für Veranstaltungen der AfD zur Verfügung stellen, was künftig für öftere Auftritte der AfD in Weimar sorgen könnte.

I`m tired of waiting for nothing – get in action Aktiv werden gegen Naziaufmärsche, rechte Gewalt und dessen Akzeptanz

Am 01.07.2017 möchte die Partei DIE RECHTE unter dem Motto „Volkswirtschaft statt Finanzlobbyismus“ in Erfurt aufmarschieren. In den letzten Jahren ist Erfurt zudem zu einem Ort geworden, an dem rechte Gewalt alltäglich geworden ist. Wie üblich in einer Stadt mit mittelgroßer Zivilgesellschaft, regt sich natürlich Protest gegen den Naziaufmarsch. Das Treiben der Nazis außerhalb der Aufmärsche und Kundgebungen hingegen bleibt unangetastet, mehr noch, scheint sich eine Art der Akzeptanz, zumindest Tatenlosigkeit eingeschlichen haben. Diese und weitere Themen sollen im Mittelpunkt unseres Aufrufes stehen. Wir rufen an diesem Tag zu dezentralen Aktionen gegen den Naziaufmarsch auf.

Den ganzen Aufruf und mehr Infos findet ihr auf getinaction

Der 1. Mai und seine Nazis

Ähnlich wie im letzten Jahr fanden zahlreiche Neo-Nazi Demonstrationen zum 1. Mai in der Bundesrepublik statt. Die Weimarer Nazis fuhren in diesem Jahr geschlossen nach Halle und beteiligten sich anschließend an der Spontandemonstration in Apolda, beschränken werden wir unsere Analyse deswegen auf diese beiden Städte. Solltet ihr Hinweise zu anderen Aktionen Weimarer Nazis am ersten Mai haben, schreibt uns bitte eine Mail. Eine ausführliche Bewertung des Tages lässt sich auf den Blogs von Gera und Halle finden.

Grundsätzlich kann dieses Jahr ein erfolgreicheres Fazit zum ersten Mai gezogen werden. In Halle konnte die Demonstration von „Die Rechte“ erfolgreich blockiert werden und in Gera fanden sich fast 600 Demonstrant*innen zur Antifa-Demo ein. Doch beginnen wir mit dem frühen Morgen des 1.Mai. Gegen 8:50 Uhr machten sich die Weimarer Kamerad*innen auf den Weg nach Halle. Am Weimarer Bahnhof waren Thomas Holzinger, Michael Engling, Yvonne Lüttich und Neo-Nazis von außerhalb anzutreffen.

Michel Fischer beteiligte sich nicht an der Zuganreise aus Weimar, sondern stieg bereits in Erfurt zu. Er nahm in Halle an der Kundgebung teil.
Festzustellen ist, dass der 19 Jährige Michael Engling seinen Aktionismus um ein vielfaches erhöht hat, schließlich ist er bereits am 18.03 diesen Jahres nach Leipzig gefahren und teilte auf FB auch immer wieder Nationalsozialistische Propaganda. Engling ist einer der Jugendlichen, welcher erstmals am Trauermarsch 2016 teilnahm. Er suchte am konsequentesten Anschluss an bestehende Nazistrukturen.

Doch zurück zum 1 Mai. Halle lief für die Nazis von „Die Rechte“ denkbar beschissen, keine Demo und Schellen kassiert. Trotz alledem folgte im Anschluss zur Demo noch ein Neo-Nazi Angriff auf Jugendliche durch Nazis aus Rhein-Main, ein ausführlicher Artikel lässt sich finden auf ZEIT BLOG sowie die Namen der Beteiligten hier.

Randale in Apolda

Nach dem Scheitern der Demonstrationen in Halle reisten einige Nazis, unter anderem auch die des Antikapitalistischen Kollektivs, nach Apolda, um eine Ersatzveranstaltung durchzuführen. Diese wurden ihnen im Vorfeld polizeilich untersagt, was sie nicht davon abhielt, neben Apolda auch in Merseburg, Köthen und Naumburg den Versuch einer Spontandemonstration zu unternehmen. In Apolda ging es dann laut Eigenaussage ganz schön zur Sache, so wurden unter anderem Polizisten*innen mit Steinen und Böllern attackiert. Im Anschluss nahmen BFE-Bullen einen Großteil der Nazis fest. Der gesamte Verlauf lässt sich anhand des AKK-Twitteraccounts noch einmal nachverfolgen.

Tatsächlich scheint es aber eine gesonderte Connection zu Apolda zu geben, so schrieb die Facebookseite „Patriotische Europäer sagen Nein-Apolda“: „War ein aufregender Nachmittag ;) “.

Inwieweit die Personen in dortige Aktivitäten verwickelt waren lässt sich bisher nur vermuten. Auf den Bildern die vom MDR veröffentlicht wurden sind bisher nur Thomas Holzinger und Yvonne Lüttich identifiziert wurden, beide sehen sich wahrscheinlich mit Anzeigen wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte konfrontiert.

Der 1 Mai in Ostdeutschland!

Wieder einmal nähert sich der 1. Mai, und damit einhergehend die zahlreichen Naziaufmärsche in Deutschland. Selbst das „bunte Weimar“ wurde im letzten Jahr noch mit einer halbstündigen Demonstration durch die Bahnhofsgegend beglückt. Fischer mobilisierte kurzfristig noch Kamerad/innen aus der noch bestehenden Demonstration in Erfurt und kutschierte ca. 50 Neo-Nazis nach Weimar. Michel erklärte kurzerhand Weimar zur national-befreiten Zone und feierte das Ereignis mit dem Satz „Heute stehen wir in Weimar, ohne Gegenprotest“. Doch statt Erfurt scheint er diesmal Halle als „seine Frontstadt“ auserkoren zu haben. So wurde auch die Facebook-Mobi Seite, „Erfurt 1. Mai“, wenige Tage nach der Demo 2016 in „1. Mai Halle/Saale“ umbenannt. Es scheint also auch bei der Betreuung der FB-Seiten personelle Überschneidungen zu geben. Fischer fährt also dieses Jahr mit seinen Weimarer Kamerd/innen nach Halle. Doch nicht nur diese werden dort anwesend sein, auch ein wesentlich militanteres Neo-Nazi Klientel mobilisiert nach Halle, wie bereits Felix M. Steiner letztes Jahr feststellte (Szene-Streit: Militante Neonazis mobilisieren zum 1. Mai 2017 nach Halle/Saale). Doch es gibt dieses Jahr noch mehr zu erleben in Mitteldeutschland, auch in Gera findet dieses Jahr eine Neo-Nazi Demo, organisiert durch den Dritten Weg, statt. Ähnlich wie in Halle gibt es auch hier eine Vorgeschichte zum Dritten Weg und dem ersten Mai. Diese meldeten bereits 2015 in Saalfeld und 2016 in Plauen eine Demonstration an, wo es zu zahlreichen Ausschreitungen kam. Mehr zu lesen unter Zwei Saalfeld-Schläger kommen vor Gericht. Aufgrund der Brisanz beider Aufmärsche, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen sowohl nach Gera, als auch nach Halle zu mobilisieren.

1. Mai – Gera: Das Hinterland aufwühlen! III. Weg stoppen! Antifa bleibt Landarbeit!

Am 1. Mai will in Gera der rassistisch-nationalistische Mob der als Partei getarnten Organisation Der III. Weg um das ehemalige Freie Netz Süd aufmarschieren. Die Partei Der III. Weg folgt rhetorisch, inhaltlich und in ihren Aktionen der Agitation „Freier Kameradschaften“ und gibt sich antikapitalistisch. Die Losung „Kapitalismus zerschlagen – für Familie, Heimat, Tradition“ im Aufruf macht dabei deren völkischen, antifeministischen und reaktionären Charakter mehr als deutlich.
Ersichtlich wird dies auch in ihren Publikationen, in denen kein Hehl aus den miteinander verwobenen rechten Ideologieelementen gemacht wird. Von einem Geschichtsrevisionismus, der deutsche Täter*innen zu Opfern verklärt, über verdeckten und offenen Antisemitismus mit dem Aufruf zum Boykott israelischer Waren, bis hin zu massiver Fremdenfeindlichkeit, die sich in Propaganda gegen aus ihren Geburtsregionen geflüchteten Menschen ausdrückt.

Den gesammten Auruf findet ihr auf dem Aktionsblog http://geraaufwuehlen.blogsport.de/.

Für den 1. Mai 2017 wurde in Halle eine Nazidemonstration angemeldet. Die bisher aufrufenden Gruppen lassen eine Anreise mehrerer Hundert militanter Neonazis aus ganz Deutschland erwarten.

Warum die Nazis erneut Halle als Aufmarschort einer 1.Mai-Demonstration gewählt haben, erscheint zunächst nicht nachvollziehbar. Offensichtlich haben sie ihren letzten Maiauftritt in Halle bereits vergessen. Denn 2011 scheiterten sie glorreich und beschritten aufgrund mehrerer entschlossener Blockaden und direkter Aktionen einen nur sehr kurzen Leidensweg durch die Abbruchviertel unweit des Hauptbahnhofs. Halle ist dabei neben Leipzig bisher nicht nur eine der Städte im Osten, in der Naziaufmärschen auch über die Großevents hinaus traditionell mit der nötigen Konsequenz begegnet wird. Darüber hinaus sagt die hohe Fluktuation der hiesigen Nazivortänzer auch etwas darüber aus, was es bedeutet, seine nationalsozialistische Feldpost in Halle zu empfangen: Es macht ihnen selten länger Spaß. Aber auch hier sind die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahre infolge der sogenannten Flüchtlingskrise selbstverständlich nicht spurlos vorüber gezogen. Auch in Halle erreichte die AfD bei den letzten Landtagswahlen knapp 20% und die bis heute wöchentlich stattfindenden fremdenfeindlichen Montagsdemos konnten in ihrer Hochphase im Winter 2015/2016 mehrere Hundert „besorgte Bürger“ mobilisieren. Neonazis agieren in Folge dessen zunehmend offener, selbstbewusster und gewalttätiger. Vor diesem Hintergrund wird auch der erneute Versuch, in Halle endlich einen Aufmarsch und nicht nur einen Spießrutenlauf zustande zu bekommen, nachvollziehbar. Ob dieses Ansinnen mit dem zur Verfügung stehenden Personal erfolgreich sein wird, ist dabei aber zumindest fraglich.

Der vollständige Aufruf, sowie weitere Infos sind zu finden auf: http://nicetobeatyou.tk/

Routenverlauf 10.02.17

Hier nochmal ein kurzer Überblick für den heutigen Tag.
Wir sehen uns 17:30 Uhr auf der Demo!



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