Archiv für Oktober 2015

Auswertung von Thügida in Weimar

Die erste außerplanmäßige Demonstration des Jahres in Weimar wäre geschafft.
Uns ist es als Gruppe nicht gelungen im Vorfeld eigene Mobilisierungsakzente zu setzen, was allerdings im Nachhinein betrachtet auch nicht notwendig gewesen ist.
Leider konnten die Nazis wieder laufen und die Weimarer Polizei hat trotzdem wieder ihren ganzen Fuhrpark angekarrt.
Doch soweit, so schlecht.
Die Nazis müssen es sich beim nächsten Mal besser überlegen, ob sie nach Weimar fahren wollen, insbesondere, ob sie mit dem Auto anreisen wollen.

Auch sollen einige Nazis (laut TLZ 3) gemerkt haben, dass sie zwar in Erfurt eine Vormachtstellung haben, aber sie die (Autonome) Antifa noch nicht komplett abschreiben sollten.
Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über jegliche Antifas, die den Weg nach Weimar gefunden haben, um gegen den Nazischeiß zu demonstrieren.
Es bleibt festzustellen, dass die Nazis um Michel Fischer insofern einen Teilerfolg erringen konnten, dass Fischer seine Februarroute kontinuirlich erweitert.
Ist sie das letzte mal erst an der Ecke Thälmannstraße/Schopenhauer gestartet, konnte er jetzt noch durch die angrenzende Rießnerstraße marschieren.

In Weimar waren die wieder die üblichen Nazis von Thügida am Start. Aus Weimar selbst kamen Thomas Holzinger, welcher mit einem Freund aus Weimar-Nord kam, Michel Fischer und Kevin Armstroff, welcher sich nach längerem wieder öffentlich auf einer Nazidemo zeigte. Das rassistische Potential, welches sich in der Facebookgruppe tummelt, konnte zumindest quantitativ keinen großen Einfluss auf die Demonstration ausüben. Im Nachgang der Demonstration wurde ein Redner wegen Voksverhetzung angezeigt. Wer dazu Informationen hat: Schreibt uns!

Ein besonderer Kritikpunkt sollte die öffentliche Darstellung der TLZ sein, die es offenbar mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Sie titelte unter der Überschrift „Bürgerbündnis gegen Rechts blockiert Thügida- Aufmarsch in Weimar“.
Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Die Strecke wurde nicht dauerhaft blockiert, sondern ist wie vorgesehen abgelaufen worden. Solche Unwahrheiten geben lediglich dem „Lügenpresse“-schreienden Mob weitere Ansätze um zu intervenieren.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es cool war, wieder sehr viele Schüler_innen und Student_innen zu sehen, die Lust hatten sich gegen den rassistischen Wanderzirkus zu stellen.
Jedoch bemängeln wir das fehlende Konzept und das fehlende Interesse sich bereits vorher mit der möglichen Route oder möglichen Treffpunkten auseinaderzusetzen.
Nein, mensch kommt lediglich zur BgR-Kundgebung und erwartet dann, dass er/sie sofort auf die Route springen kann.
Leider ist das Demonstrieren gegen Neonazis nicht nur ein Freizeitevent, sondern es sollte wenigstens ein bisschen vorbereitet werden.
Lest dazu am besten „Was tun wenn’s brennt?“ und schreibt uns im Voraus eine Mail (z.B. über unser Kontaktformular oder pgp verschlüsselt), damit wir uns vernetzen und gemeinsam agieren können.
Das könnt ihr auch machen, wenn ihr Lust habt euch mit Rassismus, Antisemitismus und rechten Strömungen auseinanderzusetzen oder ihr nicht allein zu einer Demo anreisen wollt.

Die rassistischen Brandstifter_innen werden immer weiter Feuer legen, außer wir hindern sie daran! Für einen konsequenten Antifaschismus!

Gegen den Thügida-Aufmarsch in Weimar

Am 12.10. besucht der rassistische Wanderzirkus Thügida Weimar.
Dieser Aufmarsch ist als Teil der rechten Herbstoffensive in Thüringen zu betrachten. Diese Herbstoffensive reicht von den protofaschistischen Kräften, wie der AfD, um ihren Führer Landolf Ladig, bis zu den offen neonazistisch auftretenden Parteien wie „die Rechte“ oder NPD. Diese Strömungen unterscheiden sich zwar personell voneinander, aber beide versuchen die bürgerliche Gesellschaft zu radikalisieren und gegen die Schwächsten der Schwachen mobilisieren. Thügida (ehemals SÜGIDA)ist in diesem Zusammenhang als vermeintlich bürgerlicher Ableger von Pegida gegründet worden. Schnell zeigte sich jedoch, dass die Hauptteilnehmer_innen und Organisator_innen hauptsächlich die Neonazis um Tommy Frenck aus Südthüringen waren. Dieser Aspekt sorgte dafür, dass sich die sogenannten „besorgten Bürger“ tendenziell eher von den Veranstaltungen fern hielten. Um diesem Trend entgegenzuwirken organisierten die Thüringer Neonazis das Bündnis neu und weitere Akteure, wie Michel Fischer oder auch Axel Schlimper, beteiligten sich vermehrt an den Aktionen. Dieses rassistische Bündnis wird parteiübergreifend organisiert. So werden in Thüringen schon länger sämtliche Grenzen zwischen NPD, der Partei „Die Rechte“ sowie den Freien Kameradschaften aufgegeben. In diesem Zusammenhang ist der dreifache Naziaufmarsch in Jena am 03.10.2015 ein Novum in der Thüringer Naziszene. Die Zielstellung ist klar, die Nazis wollen den bürgerlich bis radikal antifaschistischen Widerstand brechen und eine Hegemonialstellung auf „der Straße“ errichten. Dabei müssen wir als Antifa-Gruppe erkennen, dass neue Konzepte gefunden werden müssen, um den rasssistischen Zuständen effektiv entgegenzutreten. Wir empfehlen deshalb, zum Antirassistischen Ratschlag nach Weimar zu kommen, um eine bessere Vernetzung zu ermöglichen.

In Weimar selbst war es in den letzten Monaten erstaunlich ruhig. Die lokalen Neonazis beschäftigten sich hauptsächlich damit, durch die thüringische Provinz zu touren, um dort ihren rassistschen Müll abzuladen. Erst der schon tot-geglaubte Jan Morgenroth schaffte es mit einer rassistischen Facebook-Gruppe im bürgerlichen Anschein seine Hetze in die Welt zu posaunen. In dieser Gruppe ließen die Tötungsphantasien des vaterlandstreuen Max Mustermanns bzw. Erika Mustermanns nicht lange auf sich warten. So wurde zum Beispiel die Wiedereröffnung des Konzentrationslagers Buchenwald gefordert. Es ist möglich, dass eine neue organisierte Naziszene in Weimar entsteht bzw. sich der bestehenden anschließt. Der kommende Aufmarsch Thügidas wird jedoch von den altbekannten Nazikadern David Köckert und Michel Fischer angemeldet. Sie mobilisieren für 18.00 Uhr in die Rießnerstraße (Nordseite des Hauptbahnhofs Weimar). Das Bürgerbündnis gegen Rechts mobilisiert bereits für 17.00 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz.
Die rassistische Stimmung, welche ohne die kapitalistische Verwertungslogik und deren Absicherung durch Nationalstaaten nicht wäre, muss aus unserer Sicht in ihrer gesellschaftspolitischen Ganzheit erkannt, kritisiert und abgelehnt werden. Solange aber Konkurrenzdenken und Abstiegsängste beim alltäglichen Kampf um Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und Sozialleistungen bei Menschen präsent sind, wird es immer möglich sein, ein Feindbild auf Minderheiten zu projizieren. Dementsprechend sind die Thüringer Nazis nur ein Teil des Problems, denn es geht ums Ganze.

Das Problem heißt Deutschland!

Kommt deshalb kommt am 12.10 ab 17 Uhr nach Weimar und stellt euch dem rassistischen Mob entgegen! Wir raten euch dazu möglichst früh nach Weimar Nord zu kommen, da die Polizei durch die Bahnlinie beide Kundgebungen strategisch einfach trennen kann. Bewegt euch nach Möglichkeit in Bezugsgruppen und passt auf euch auf.
No pasaran!

Nazidemo in Weimar

Unser Lieblingsnazi Michel Fischer möchte zusammen mit David Köckert am Montag, den 12.10.2015 durch Weimar marschieren und seinen rassistischen Bullshit unter die Leute bringen. Das genaue Motto der Demo ist noch nicht bekannt. Ein ausführlicher Aufruf erfolgt die kommenden Tage. Schließt euch in Bezugsgruppen zusammen und lasst uns gemeinsam diesem Aufmarsch entgegenstellen!
Achtet bitte auf weitere Ankündigungen und vernetzt euch nach Möglichkeit mit anderen Antifas.

Gegen Deutschland und seine Nazis!

Für alle Leute, die sich an diesem widerlichen Tag der Deutschtümmelei etwas aufheitern wollen, hier noch mal Michel Fischer in Action (roter Pulli)!