Gegen den Thügida-Aufmarsch in Weimar

Am 12.10. besucht der rassistische Wanderzirkus Thügida Weimar.
Dieser Aufmarsch ist als Teil der rechten Herbstoffensive in Thüringen zu betrachten. Diese Herbstoffensive reicht von den protofaschistischen Kräften, wie der AfD, um ihren Führer Landolf Ladig, bis zu den offen neonazistisch auftretenden Parteien wie „die Rechte“ oder NPD. Diese Strömungen unterscheiden sich zwar personell voneinander, aber beide versuchen die bürgerliche Gesellschaft zu radikalisieren und gegen die Schwächsten der Schwachen mobilisieren. Thügida (ehemals SÜGIDA)ist in diesem Zusammenhang als vermeintlich bürgerlicher Ableger von Pegida gegründet worden. Schnell zeigte sich jedoch, dass die Hauptteilnehmer_innen und Organisator_innen hauptsächlich die Neonazis um Tommy Frenck aus Südthüringen waren. Dieser Aspekt sorgte dafür, dass sich die sogenannten „besorgten Bürger“ tendenziell eher von den Veranstaltungen fern hielten. Um diesem Trend entgegenzuwirken organisierten die Thüringer Neonazis das Bündnis neu und weitere Akteure, wie Michel Fischer oder auch Axel Schlimper, beteiligten sich vermehrt an den Aktionen. Dieses rassistische Bündnis wird parteiübergreifend organisiert. So werden in Thüringen schon länger sämtliche Grenzen zwischen NPD, der Partei „Die Rechte“ sowie den Freien Kameradschaften aufgegeben. In diesem Zusammenhang ist der dreifache Naziaufmarsch in Jena am 03.10.2015 ein Novum in der Thüringer Naziszene. Die Zielstellung ist klar, die Nazis wollen den bürgerlich bis radikal antifaschistischen Widerstand brechen und eine Hegemonialstellung auf „der Straße“ errichten. Dabei müssen wir als Antifa-Gruppe erkennen, dass neue Konzepte gefunden werden müssen, um den rasssistischen Zuständen effektiv entgegenzutreten. Wir empfehlen deshalb, zum Antirassistischen Ratschlag nach Weimar zu kommen, um eine bessere Vernetzung zu ermöglichen.

In Weimar selbst war es in den letzten Monaten erstaunlich ruhig. Die lokalen Neonazis beschäftigten sich hauptsächlich damit, durch die thüringische Provinz zu touren, um dort ihren rassistschen Müll abzuladen. Erst der schon tot-geglaubte Jan Morgenroth schaffte es mit einer rassistischen Facebook-Gruppe im bürgerlichen Anschein seine Hetze in die Welt zu posaunen. In dieser Gruppe ließen die Tötungsphantasien des vaterlandstreuen Max Mustermanns bzw. Erika Mustermanns nicht lange auf sich warten. So wurde zum Beispiel die Wiedereröffnung des Konzentrationslagers Buchenwald gefordert. Es ist möglich, dass eine neue organisierte Naziszene in Weimar entsteht bzw. sich der bestehenden anschließt. Der kommende Aufmarsch Thügidas wird jedoch von den altbekannten Nazikadern David Köckert und Michel Fischer angemeldet. Sie mobilisieren für 18.00 Uhr in die Rießnerstraße (Nordseite des Hauptbahnhofs Weimar). Das Bürgerbündnis gegen Rechts mobilisiert bereits für 17.00 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz.
Die rassistische Stimmung, welche ohne die kapitalistische Verwertungslogik und deren Absicherung durch Nationalstaaten nicht wäre, muss aus unserer Sicht in ihrer gesellschaftspolitischen Ganzheit erkannt, kritisiert und abgelehnt werden. Solange aber Konkurrenzdenken und Abstiegsängste beim alltäglichen Kampf um Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und Sozialleistungen bei Menschen präsent sind, wird es immer möglich sein, ein Feindbild auf Minderheiten zu projizieren. Dementsprechend sind die Thüringer Nazis nur ein Teil des Problems, denn es geht ums Ganze.

Das Problem heißt Deutschland!

Kommt deshalb kommt am 12.10 ab 17 Uhr nach Weimar und stellt euch dem rassistischen Mob entgegen! Wir raten euch dazu möglichst früh nach Weimar Nord zu kommen, da die Polizei durch die Bahnlinie beide Kundgebungen strategisch einfach trennen kann. Bewegt euch nach Möglichkeit in Bezugsgruppen und passt auf euch auf.
No pasaran!