Auswertung von Thügida in Weimar

Die erste außerplanmäßige Demonstration des Jahres in Weimar wäre geschafft.
Uns ist es als Gruppe nicht gelungen im Vorfeld eigene Mobilisierungsakzente zu setzen, was allerdings im Nachhinein betrachtet auch nicht notwendig gewesen ist.
Leider konnten die Nazis wieder laufen und die Weimarer Polizei hat trotzdem wieder ihren ganzen Fuhrpark angekarrt.
Doch soweit, so schlecht.
Die Nazis müssen es sich beim nächsten Mal besser überlegen, ob sie nach Weimar fahren wollen, insbesondere, ob sie mit dem Auto anreisen wollen.

Auch sollen einige Nazis (laut TLZ 3) gemerkt haben, dass sie zwar in Erfurt eine Vormachtstellung haben, aber sie die (Autonome) Antifa noch nicht komplett abschreiben sollten.
Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über jegliche Antifas, die den Weg nach Weimar gefunden haben, um gegen den Nazischeiß zu demonstrieren.
Es bleibt festzustellen, dass die Nazis um Michel Fischer insofern einen Teilerfolg erringen konnten, dass Fischer seine Februarroute kontinuirlich erweitert.
Ist sie das letzte mal erst an der Ecke Thälmannstraße/Schopenhauer gestartet, konnte er jetzt noch durch die angrenzende Rießnerstraße marschieren.

In Weimar waren die wieder die üblichen Nazis von Thügida am Start. Aus Weimar selbst kamen Thomas Holzinger, welcher mit einem Freund aus Weimar-Nord kam, Michel Fischer und Kevin Armstroff, welcher sich nach längerem wieder öffentlich auf einer Nazidemo zeigte. Das rassistische Potential, welches sich in der Facebookgruppe tummelt, konnte zumindest quantitativ keinen großen Einfluss auf die Demonstration ausüben. Im Nachgang der Demonstration wurde ein Redner wegen Voksverhetzung angezeigt. Wer dazu Informationen hat: Schreibt uns!

Ein besonderer Kritikpunkt sollte die öffentliche Darstellung der TLZ sein, die es offenbar mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Sie titelte unter der Überschrift „Bürgerbündnis gegen Rechts blockiert Thügida- Aufmarsch in Weimar“.
Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Die Strecke wurde nicht dauerhaft blockiert, sondern ist wie vorgesehen abgelaufen worden. Solche Unwahrheiten geben lediglich dem „Lügenpresse“-schreienden Mob weitere Ansätze um zu intervenieren.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es cool war, wieder sehr viele Schüler_innen und Student_innen zu sehen, die Lust hatten sich gegen den rassistischen Wanderzirkus zu stellen.
Jedoch bemängeln wir das fehlende Konzept und das fehlende Interesse sich bereits vorher mit der möglichen Route oder möglichen Treffpunkten auseinaderzusetzen.
Nein, mensch kommt lediglich zur BgR-Kundgebung und erwartet dann, dass er/sie sofort auf die Route springen kann.
Leider ist das Demonstrieren gegen Neonazis nicht nur ein Freizeitevent, sondern es sollte wenigstens ein bisschen vorbereitet werden.
Lest dazu am besten „Was tun wenn’s brennt?“ und schreibt uns im Voraus eine Mail (z.B. über unser Kontaktformular oder pgp verschlüsselt), damit wir uns vernetzen und gemeinsam agieren können.
Das könnt ihr auch machen, wenn ihr Lust habt euch mit Rassismus, Antisemitismus und rechten Strömungen auseinanderzusetzen oder ihr nicht allein zu einer Demo anreisen wollt.

Die rassistischen Brandstifter_innen werden immer weiter Feuer legen, außer wir hindern sie daran! Für einen konsequenten Antifaschismus!