Nazisponti in Weimar!

Am Freitagabend, den 27.11. kam es in Weimars Innenstadt zu unschönen Szenen, denn neben dem Weihnachtsmarkt mit Eisbahn, Glühwein und Thüringer Bratwurst zeigte sich erneut der ein oder andere stadtbekannte Nazi. Zwar mag das nichts Neues sein, immerhin sind die Glühweinbuden neben der Eisbahn und in derSchillerstraße ein beliebtes Ziel der Szene und dort anscheinend auch als Gäste gern gesehen, doch diesmal reichte es dem Kreis um Thomas Holzinger nicht aus. Mensch traf sich (wahrscheinlich) bereits gegen 19.00 vor dem Rewe-Getränkemarkt um sich gemeinsam zu betrinken und den Abend zu verbringen. Als das Maß anscheinend fürs Erste erreicht war, positioniert man sich gegenüber dem stadtbekannten Imbiss „Munzur-Kebap-Haus“ und begann die ersten Parolen rumzugröhlen. So schallte es bis zum Goetheplatz „Frei, Sozial und National“, „Weimar bleibt braun“ und irgendwas mit „Antifa…Straßenkampf“. Den Sprüchen entsprechend gaben sich die rund 25 Nazis auch und bepöbelten und beleidigten Passant_innen, die nicht ihrem Bild vom guten (besoffenen) Deutschen
entsprachen oder Ihnen keine Beachtung schenkten. Anscheinend verbrachten sie zwischen Theater- und Goetheplatz auch die nächsten 2-3 Stunden.
Um kurz vor 10 setzte sich der besoffene Mob, der mittlerweile ca. 30 Nazis beinhaltete, in Bewegung. Dabei war auffällig, dass nicht nur regional bekannte Nazis mit von der Partie waren, sondern auch Hooligans aus der Erfurter Szene. Durch diese Fusion erweiterte sich auch das Sprücherepertoir. Und nun wurde nicht mehr alleinig gegen Antifaschist_innen und Ausländer_innen gehetzt sondern auch gegen den FCC und dessen Anhängerschaft.

Mittlerweile war auch die Aktionsbereitschaft gestiegen, diese Aggresivität fand vor der Post seinen Höhepunkt, als Passant_innen mittleren Alters körperlich angegangen wurden. Schlimmeres konnte ein Streifenwagen verhindern, der den Mob erst zu diesem Zeitpunkt begleitete. Die Polizist_innen sahen anscheinend keinen Grund bereits vorher einzugreifen oder die Täter festzuhalten. Sie ließen sie ungestört weiterlaufen.Der Mob verzog sich danach in Richtung Bahnhof und der ein oder andere Nazi trank infolgedessen ungestört ein weiteres Abendbier im Eurocafè.

Es ist höchst beunruhigend aber auch absehbar, dass Nazis nach Jahren der fehlenden Präsenz, immer mehr ins Weimarer Stadtbild zurückkehren und dass nicht nur als Besucher_in einschlägiger Bars, Teilnehmer_in auf dem Zwiebelmarkt oder Glühweintrinker_in auf dem Weihnachtsmarkt. Gerade nach dem letzten Wochenende, an dem sich kein Widerstand organisieren konnte, ist eine Intervention in diesem Zusammenhang notwendig.

Den antifaschistischen Selbstschutz vorantreiben!

Ps. Wer weitere Hinweise über die Geschehnisse, Abläufe oder beteiligte Personen vom Wochenende hat, kann sich gern über das Kontaktformular an uns wenden.