Archiv für Februar 2016

Aufruf zum Protest gegen Thügida!

Am 01.März kommt der „rassistische Wanderzirkus“ zum zweiten Mal nach Weimar. Wir rufen zu konsequenten Protest gegen Deutschland und die daraus resultierende Nazis auf!
Die Nazis wollen 18.00 Uhr am Goetheplatz ihre Demo starten. Danach soll es über die Schwanseestraße, über eine bis jetzt unbekannte Straße, möglicherweise Washingtonstraße, Brucknerstraße oder Fuldaer zur Erfurter Straße gehen. Von dort will die Demo wieder zurück zum Goetheplatz laufen. Die Veranstaltung ist bis 23.00 Uhr angemeldet. Wir gehen nicht davon aus, dass die RednerInnen von Thügida solange brauchen werden, denn sie wiederholen sich seit einem Jahr ständig. Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus wird sich gegen 16.00 Uhr auf dem Herderplatz sammeln. Wir weisen darauf hin, dass im vorhinein der Demo Nazikleingruppen vom Bahnhof oder ihren Parkplätzen frei durch die Stadt bewegen werden. Passt auf euch auf! Es sein denn, sie starten wieder am Berkaer Bahnhof, da würden dann alle auf einmal abgeladen werden.

Die letzte Thügida-Demo in Weimar hat gezeigt, dass wesentlich mehr möglich ist, als bei der Demonstration am 06. Februar 2016.

Nazis den Tag vermiesen! Thügida stoppen!

Antifaschistischer Jugendkongress in Chemnitz!

„“Es ist kalt in Deutschland: Nazis patroullieren durch die Straßen, tagtäglich gibt es Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte. Ständig dasselbe rassistische Stammtischgelaber bei der AfD oder beim örtlichen Pegida-Ableger und es steht schon wieder eine Asylrechtsverschärfung an. Wir finden das zum kotzen! Wenn es euch auch so geht und ihr zusammen mit anderen was dagegen tun wollt, dann kommt zum antifaschistischen Jugendkongress (JuKo) nach Chemnitz! Vom 1.-3. April erwartet euch hier ein breites Programm. Es wird beispielsweise Workshops zur Organisation eines Schulstreiks oder Anregung zur Organisation eurer eigenen Politgruppe geben. Infos zu allen wichtigen Dingen über Demonstrationen sollen ebenfalls vermittelt werden. Ihr könnt euch mit Flyerdesign, Streetart, Selbstverteidigung und vielem mehr selbst ausprobieren. Natürlich gibt es auch Workshops zu inhaltlichen Themen wie Neonazi-Organisationen, Antirassismus, Feminismus und Kapitalismuskritik. Das komplette Programm findet ihr auf unserer Website Zusammen wollen wir uns mit der Gesellschaft, in der wir leben, beschäftigen. Das ganze Wochenende lang werden wir uns austauschen, gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickeln, mit euch kritisieren und uns für weitere Aktionen vernetzen. Der JuKo soll neue Perspektiven eröffnen für alle, die sich antifaschistisch, antisexistisch und antirassistisch organisieren wollen, dies vielleicht schon tun oder einfach nur mehr darüber erfahren wollen, wie man zusammen was verändern kann. Der Kongress ist kostenlos, es gibt ausreichend Pennplätze und auch für Essen und Getränke wird gesorgt – meldet euch einfach auf der Internetseite an und verbringt ein abwechslungsreiches, politisches und entspanntes Wochenende mit uns in Chemnitz.“"

Fertige PDF Flyer Datei

Dazu wird es am 5.03 vorrausichtlich in der Gerberstraße 1 ein Mobivortrag geben!

Kühe, Schweine, Glockenstadt Vol.2

Nachdem NPD-Stadtrat Jan Morgenroth sich in Weimar aus dem „Kampf“ um die Straße zurückgezogen hat, ist nun Apolda dran. In unserem unerschütterlichen Optimismus rufen wir dazu auf am kommenden Samstag, dem 20 Februar 2016 nach Apolda zu fahren, um gegen den Naziaufmarsch zu demonstrieren. Nicht einmal ein „buntes Deutschland“ werden wir wohl in Apolda finden. Deutschland wird sich ganz in reiner grauer Hässlichkeit zeigen. Nachdem in Weimar wohnende Menschen ihren „Antifaschismus“ vor 2 Wochen zur Schau gestellt haben, braucht sich Mensch ja nicht um Apolda kümmern. Die Scheinheiligkeit vieler Protestierenden wird an dieser Stelle deutlich offenbart. Jedoch hoffen wir darauf das einige Menschen sich aus ihren Wohlfühlzonen bewegen. Los geht es in Apolda um 17:30. Wir empfehlen eine frühzeitige Anreise.

Solidarität mit allen Antifaschist*innen aus Apolda!
Gegen Deutschland und seine Nazis!

Zum 06.02. alles wie gehabt?

Versuch einer Auswertung

Das jährliche Demoevent in Weimar ist wieder vorbei. Das BgR freut sich, dass „Geschichte nicht verdreht wurde“, die Nazis darüber, dass sie „ehrenhaft gedenken“ konnten und die Polizei darüber, dass „beide Lager voneinader getrennt werden konnten“. Frustriert waren mal wieder lediglich die antifaschistischen Kleingruppen aus Weimar und anderen Städten.
Geneigte Leser*innen werden jetzt aufhorchen und feststellen, dass sie ähnliches schon bei der letzten Auswertung gelesen haben. Allen denen das nicht bekannt vorkommt, empfehlen wir diese noch einmal zu lesen, da wir lediglich diese Kritik fokussieren wollen.

… zu den Nazis.
Insgesamt nahmen in diesem Jahr um die 127 Neonazis am „Trauermarsch“ teil. Die Nazis konnten also ihre Teilnehmerzahl erneut leicht steigern. Alle Teilnehmenden sind hier zu finden. Informationen sind erwünscht.
Zuallerst ist festzuhalten, dass auch hier alles beim Alten blieb. Die Nazis liefen eine Straße rauf und wieder runter, lediglich der Ort hat sich geändert. Im Gegensatz zu den letzten Jahren probierten die Nazis dieses Mal richtig zu trauern, zeigten bedröppelte Gesichter, hatten Kerzen dabei und sogar einen Kranz, der sicherlich noch irgendwo abgeladen wird. Leider hatte der Michel-Fischer-Freundeskreis mit einigen zusätzlichen Angereisten nach der Hälfte der Strecke keine Lust mehr zu trauern (ist ja auch irgendwie langweilig) und stimmten dementsprechend ihre üblichen Parolen an. So wurde erneut der „Nationale Sozialismus“ gefordert. (Sie schienen wohl Lust auf eine erneute Bombardierung zu haben). Am Berkaer Bahnhof, an dem die Nazis abreisten, brachen ein paar von ihnen aus um Gegendemonstrat*innen anzugreifen. Die Polizei ging mit Pfefferspray dazwischen. Informationen zu den beteiligten Nazis sind willkommen. Auf der gesamten Demo hat sich dabei Thomas Holzinger hervorgetan, indem er sich vermummte und mit im schwarzen Blocks lief. Neben ihm wollte sich auch sein Freund Leon Kliffe vermummen, schaffte es aber nicht sein Tuch bis über die Nase zu ziehen. Ihr gemeinsamer Freund Danny Rehberg konnte bisher nicht identifiziert werden. Vielleicht war ihm Holzinger dann doch zu dumm, so sagte er einmal sinngemäß, dass [Holzinger] „[ein] dummer Hohlkopf [sei] der sich auf Demos prügeln möchte.“ Aus Weimar nahmen unter anderem Robin Meyer, Josi Runde, Andy Pruefer, Benny Findeisen, Michael Engling und Adrian Grafe teil.

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„Hohlkopf“ Holzi mit Leon Kliffe</p>
<p>Neben den Weimarer Nazis nahm der „Die Rechte“ Freundeskreis von Michel Fischer teil, so waren die meisten ostdeutschen Landesverbände vertreten. Unter anderem <a href=Alexander Kurth, Gesine Schrader und Sarah Schumann. Außerdem nahmen die Thügida-Organisatoren David Köckert und Axel Schlimper teil. Daneben nahm der Erfurter Julian Treuse teil, der zusammen mit drei anderen jüngeren Nazis ein ekelhaftes antisemitisches Transparent mitführte. Noch ekelhafter allerdings ist, dass die Polizei es nicht, wie bereits am 3. Oktober 2015 in Jena, beschlagnahmte und es Konsequenzen für die Nazis gab. In diesem Fall wurde der Hass auf die jüdischen Menschen sehr drastisch dargestellt und trotzdem schien sich niemand genötigt dagegen irgendetwas zu unternehmen. Auch hier gilt: Gebt den Nazis ein Gesicht!
v.l. Julian Treuse,94,119,118

Linksunten Personenregister
Weitere Teilnehmende entnehmt ihr bitte der Linksunten Kommentarspalte.

… zu den Protesten.
Die Proteste waren wieder einmal durchweg bürgerlich geprägt. Lediglich im Vorfeld organisiserten einige engagierte Antifas mehrere Mobiaktionen, zum Beispiel eine Graffiti-Aktion , ein Mobivideo mit zweifelhafter Musik, aber schönen Bildern und eine Plakataktion entlang der Route. Hier das passende Bild dazu:

„The Walking FETT“

Der Tag selbst war für die angereiste Antifas leider wieder ernüchternd, schlugen doch alle Möglichkeiten durch Polizeiketten aus mangelnder Initiative, zu wenig nachrückenden Menschen oder Pfeffersprayeinsatz fehl. Wir haben auf den Kundgebungen des BgRs eigene Flyer verteilt, um unsere Kritik an den dort stattfindenen Protestritualen auszudrücken. Wir laden den Flyer aber noch einmal gesondert hoch, wollen wir doch unsere lesendes Publikum nicht unnötig strapazieren und werden unsere Gedanken dazu später veröffentlichen.
Neben den Potestritualen des Bürgerbündnisses kritisieren wir vor allem einige von Weimars jüngeren Menschen, also augescheinlich Schüler*innen, Auszubildende und Studierende. Diese Menschen machten nämlich den Protest gegen Nazis zu einer sinnentleerten Party, indem sie mit Musikbox auf die Demo marschierten oder sich wie Raver kleideten. Des weiteren wirkte der Protest wie ein Who is Who der Weimarer Jugendszene. Manche Menschen liefen über die Demo und freuten sich nur darüber, dass Nazis doof und sie selbst da und dagegen sind, also folglich die Guten. Eine inhaltliche Auseinadersetzung fehlte hier vollkommen. Vielmehr schien der Protest zur sich Selbstbeweihräucherung, da mensch ja für die gute Sache ist, zu verkommen.
Einziges Mittel dagegen kann nur ein aufklärerischer Gedanke sein.

… und sonst so?
Bedanken wir uns bei allen Menschen, Gruppen und Journalisten, die nach Weimar gekommen sind, uns unterstützt haben oder anderweitig in Aktion getreten sind. Wir erhoffen uns von euch allen fundierte, sachliche Kritik und probieren im nächsten Jahr gemeinsam Fischers Spektakel effizienter zu stören.

Bis dahin leisten wir weiter antifaschistische Arbeit in Weimar, dokumentieren antifaschistische Aktionen oder kritisieren, das was wir in und um Weimar für kritikwürdig halten.

PS: Danke an Sören Kohlhuber für die Bilder :)

Antifa Koordination im Februar 2016.

Letztes Update vor dem Naziaufmarsch!

Wie ihr bereits dem letzten Update entnehmen konntet ist bisher ein Teil der Route bekannt. Sie verläuft vom Hermann-Brillplatz zum Hauptbahnhof. Die Nazis mobilisieren jedoch weiterhin für um 12.00 Uhr auf den Goetheplatz in der Innenstadt. Die Stadtverwaltung möchte die Nazis jedoch von der Innenstadt auf den Hermann-Brillplatz, als Ort der Auftaktkundgebung wegzubeauflagen. Ob dies gelingt erscheint aus jetziger Sicht fraglich. Die Route würde sich in diesem Fall um die Schwanseestraße verlängern.

Die Nazis haben nach eigener Aussage in Köln, Dessau, Halle (Saale) und in Weimar Flyer verteilt. Es ist also mit Teilnehmenden aus diesen Städten zu rechnen. In der weimarer Nordvorstadt wurden mutmaßlich Thomas Holzinger und Danny Rehberg mit einer dritten Person beim Verteilen beobachtet. Wir raten euch sich in der Innenstadt vorsichtig zu bewegen, da mit Nazikleingruppen gerechnet werden kann. Ein weiterer Punkt auf den wir euch hinweisen wollen, ist dass die große Kundgebung des BgRs fast komplett durch Kameras vom neuen Museum eingesehen wird. Gleiches gilt für die Kundgebung am Hauptbahnhof. Ob ihr euch trotzdem den Kundgebungen anschließt bleibt euch überlassen.

EA-Nummer und Infotelefon des BgR´s werden spätestens morgen früh auf der Website des Bürgerbündnisses einsehbar sein.

6.02 Naziaufmarsch verhindern!