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Routenverlauf 10.02.17

Hier nochmal ein kurzer Überblick für den heutigen Tag.
Wir sehen uns 17:30 Uhr auf der Demo!

Kurz-Auswertung zum 09.02.2017

Wie wenige Tage zuvor von der Partei „Die Rechte“ um Enrico Biczysko und Michel Fischer angekündigt, fand gestern am 09.02. um 19:00 Uhr auf dem Goetheplatz eine Kundgebung statt. Dazu fanden sich rund 25 Neonazis ein. Mit Fackeln, Redebeiträgen und klassischer Musik versuchten sie ihrem Geschichtsrevisionismus Ausdruck zu verleihen.

Auffällig war, dass die Rede stark den Trauermarschreden der letzten Jahre ähnelte. Diese wurde von uns erst am Samstag erwartet, was offen lässt, ob am 11.02. überhaupt eine Demonstration ihrerseits stattfinden wird.
Wir sind gespannt, ob wir seine liebliche Stimme am Samstag noch einmal die Worte „Där Hümmel fäärbte sich bluudrooot“ vernehmen werden.

Das BgR hatte kurzfristig zu Gegenprotesten aufgerufen. Diesem Aufruf folgten ca. 60 Gegendemonstrant*innen. Aufgrund der Spontanität gab es wenig Möglichkeiten zu intervenieren.

Wir wollen uns aber an dieser Stelle noch einmal für das schöne Mannschaftsfoto der perfekt aufgereihten Nazis bedanken.

Eine ausführliche Auswertung der gesamten Woche folgt in den nächsten Tagen.

Interview mit Radio-Corax

Für alle die es verpasst haben, gestern hat eine Person aus dem Vorbereitungskreis des 10.02 ein Interview mit Radio Corax geführt und dabei über die „Organize-Demo“ und unsere Kritik an den in Weimar eingefahrenen Protestritualen, sowie der Notwendigkeit von linksradikaler Selbstorganisierung gesprochen.
Das Ganze gibt es zum nachhören unter folgendem Link
https://www.freie-radios.net/81275

Kommt zur „Organize-Demo!“

#1 Demo-Update 10.02.17

Wir würden es begrüßen, wenn am Tag der Demonstrationen keine Nationalfahnen, sowie Fahnen und Transparente von staatlich- und parteifinanzierten Organisationen gezeigt werden. Außerdem sprechen wir uns gegen Fahnen und Darstellungen autoritärer Botschaften und die Ausübung von Personenkult aus.
Wir lehnen jegliche Form von Sexismus, Homophobie, Transphobie, Rassismus, Antisemitimus, Nationalismus, Patriotismus und deren Darstellung ab. Unerwünscht sind auch Palitücher, Grauzonenkleidung wie z.B. Yakuza und Nazikleidung wie Thor Steinar.

Pressemitteilung der Antifa Koordination Weimar

Die folgende Pressemitteilung ist eine Reaktion auf die Artikel der Weimarer Lokalpresse

Antifa Koordination demonstriert gegen den deutschen Normalzustand

Nachdem sich Polizei und Linkspartei befleißigen unseren
Demonstrationsaufruf aufgrund eines Graffito zu diskreditieren, wollen
wir das Anliegen der Demonstration kurz und prägnant darstellen und
eventuelle Missverständnisse ausräumen, aber auch die journalistische
Arbeit in Weimar ansprechen.

Die antifaschistische Demonstraion „Organize!“ findet am 10.02.2017, um
17:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz statt. Sie soll die Probleme am „nur
gegen Nazis“ sein benennen. Um es mit den Worten des Schwurs von
Buchenwald zu sagen: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln
ist unsere Losung“.
Anstatt einer Realpolitik durch Standortmarketing und individuelle
Selbstprofilierung zeigt unsere Gesellschaftskritik auf, dass Rassismus,
Antisemitismus und jede andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
nicht ausschließlich aus Vorurteilen hervortreten,
sondern weitestgehend Ausdruck der bestehenden Gesellschaftszustände
sind. Staat und Polizei setzen dieses Wertesystem mit Racial Profiling,
Abschottung der EU-Außengrenzen und Abschiebungen durch.
Des Weiteren finden wir die (fehlende) Berichterstattung in Weimar
kritisierbar, da erst ein anstößiges Graffito zu medialer Präsenz
führte. Wir erwarten, dass es eine neutrale Berichterstattung gibt und
nicht ein Deutungsrahmen gesetzt wird, der „pure“ Gewalt nahelegt.

Pressesprecherin Eva Meyer erklärt abschließend dazu:
„Sollte es die Linkspartei mit ihrem Antifaschismus ernst meinen, ist es
erforderlich nicht nur Floskeln zu bedienen, sondern sich auf eine
Analyse der bestehenden Verhältnisse zu konzentrieren. Doch das wird
wohl von einer Regierungspartei nicht zu erwarten sein. Ein Beispiel für
diese Inkonsequenz ist der nicht umgesetzte Winterabschiebestopp.
Unsere Demonstration wird diese Analyse vornehmen und Alternativen
formulieren, aber nicht zu Gewalt an Polizeipräsident Kirsten aufrufen.
Diese Form der personalisierten Bezugnahme entspricht nicht unserer
Gesellschaftskritik.“

Eva Meyer, Antifa Koordination Weimar