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VIP-Schild Security

via thueringen-rechtsaussen.net

Im Juni 2015 hatten mehrere Medien darüber berichtet, dass die Firma „VIP Schild Security“ in Jena den Neonazi Michel Fischer bei ihrem Sicherheitspersonal zur Sicherung des Darmstädter Schlossgrabenfestes beschäftigt hatte. Thüringen Rechtsaußen warf daraufhin einen genaueren Blick auf weitere Mitarbeiter der Security und kam zum Schluss, dass –anders als die Beteuerungen seitens der Firma- der Einsatz von Fischer mitnichten „ein Einzelfall“ war. Nachdem die Ratsfraktion der Grünen in Weimar der Stadt ein „unsensibles Verhalten“ vorwarf, weil sie ausgerechnet „Schild Security“ mit der Bewachung des Weihnachtsmarktes beauftragt hatte, ging die Sicherheitsfirma juristisch gegen die Grünen vor. Vor dem Landgericht Erfurt stellte sich heraus, dass „Schild Security“ vor allem versucht hatte, die Seite von Thüringen Rechtsaußen vom Netz nehmen zu lassen, nachdem dort der entsprechende Bericht erschienen war. Wie uns mitgeteilt wurde, sei dort angeblich eine „Vielzahl unwahrer Behauptungen“ verbreitet worden. Die Geschäftsführerin Katrina Fenk verstieg sich gar zu der Behauptung, die Firma habe weder Michel Fischer noch sonst welche Nazis beschäftigt. Gleichzeitig erklärte sie aber auch, dass sie sich in der extrem rechten Szene nicht auskenne und deshalb nicht tätig werden könne. Bereits damals hatten wir mehrere Belege für Verbindungen zur Neonazi-Szene veröffentlicht und auch den Firmenchef Jan Schild mehrfach per Email um eine Stellungnahme gebeten, damit er erklären könne, warum er Neonazi-Seiten auf Facebook verlinkt, ein geschichtsrevisionistisches Video („Adolf Hitler wollte Frieden“) postete und wie so viele Personen aus der extremen Rechten in seine Firma geraten. Auch namentliche Vorhalte über mehrere Mitarbeiter halfen nichts, Schild weigerte sich zu antworten. Er bereinigte stattdessen sein Facebook-Profil, löschte ein Hitlervideo und schrieb am 24. Juli 2015 trotzig mit der Mailadresse von VIP Schild an Thüringen Rechtsaußen: „Ich brauche nix Aufarbeiten und es gibt keinen Grund Ihnen Dinge aus mein Privatleben zu schildern, solange Sie nicht zu meinem Freundeskreis gehören, geht Ihnen das gar nix an.“ Gerne sind wir Katharina Fenk bei einem Einblick in die Neonazi-Szene behilflich, damit sie im Zweifelsfall wirklich personelle Konsequenzen ziehen kann und veröffentlichen zusätzlich zu unserem ersten Text hier noch weitere Informationen über die Verbindungen der Firma zur extremen Rechten.

Dies ist nur ein kurzer Auschnitt für den ausführlichen Artikel siehe thueringen-rechtsaussen.com

Zum 06.02. alles wie gehabt?

Versuch einer Auswertung

Das jährliche Demoevent in Weimar ist wieder vorbei. Das BgR freut sich, dass „Geschichte nicht verdreht wurde“, die Nazis darüber, dass sie „ehrenhaft gedenken“ konnten und die Polizei darüber, dass „beide Lager voneinader getrennt werden konnten“. Frustriert waren mal wieder lediglich die antifaschistischen Kleingruppen aus Weimar und anderen Städten.
Geneigte Leser*innen werden jetzt aufhorchen und feststellen, dass sie ähnliches schon bei der letzten Auswertung gelesen haben. Allen denen das nicht bekannt vorkommt, empfehlen wir diese noch einmal zu lesen, da wir lediglich diese Kritik fokussieren wollen.

… zu den Nazis.
Insgesamt nahmen in diesem Jahr um die 127 Neonazis am „Trauermarsch“ teil. Die Nazis konnten also ihre Teilnehmerzahl erneut leicht steigern. Alle Teilnehmenden sind hier zu finden. Informationen sind erwünscht.
Zuallerst ist festzuhalten, dass auch hier alles beim Alten blieb. Die Nazis liefen eine Straße rauf und wieder runter, lediglich der Ort hat sich geändert. Im Gegensatz zu den letzten Jahren probierten die Nazis dieses Mal richtig zu trauern, zeigten bedröppelte Gesichter, hatten Kerzen dabei und sogar einen Kranz, der sicherlich noch irgendwo abgeladen wird. Leider hatte der Michel-Fischer-Freundeskreis mit einigen zusätzlichen Angereisten nach der Hälfte der Strecke keine Lust mehr zu trauern (ist ja auch irgendwie langweilig) und stimmten dementsprechend ihre üblichen Parolen an. So wurde erneut der „Nationale Sozialismus“ gefordert. (Sie schienen wohl Lust auf eine erneute Bombardierung zu haben). Am Berkaer Bahnhof, an dem die Nazis abreisten, brachen ein paar von ihnen aus um Gegendemonstrat*innen anzugreifen. Die Polizei ging mit Pfefferspray dazwischen. Informationen zu den beteiligten Nazis sind willkommen. Auf der gesamten Demo hat sich dabei Thomas Holzinger hervorgetan, indem er sich vermummte und mit im schwarzen Blocks lief. Neben ihm wollte sich auch sein Freund Leon Kliffe vermummen, schaffte es aber nicht sein Tuch bis über die Nase zu ziehen. Ihr gemeinsamer Freund Danny Rehberg konnte bisher nicht identifiziert werden. Vielleicht war ihm Holzinger dann doch zu dumm, so sagte er einmal sinngemäß, dass [Holzinger] „[ein] dummer Hohlkopf [sei] der sich auf Demos prügeln möchte.“ Aus Weimar nahmen unter anderem Robin Meyer, Josi Runde, Andy Pruefer, Benny Findeisen, Michael Engling und Adrian Grafe teil.

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„Hohlkopf“ Holzi mit Leon Kliffe</p>
<p>Neben den Weimarer Nazis nahm der „Die Rechte“ Freundeskreis von Michel Fischer teil, so waren die meisten ostdeutschen Landesverbände vertreten. Unter anderem <a href=Alexander Kurth, Gesine Schrader und Sarah Schumann. Außerdem nahmen die Thügida-Organisatoren David Köckert und Axel Schlimper teil. Daneben nahm der Erfurter Julian Treuse teil, der zusammen mit drei anderen jüngeren Nazis ein ekelhaftes antisemitisches Transparent mitführte. Noch ekelhafter allerdings ist, dass die Polizei es nicht, wie bereits am 3. Oktober 2015 in Jena, beschlagnahmte und es Konsequenzen für die Nazis gab. In diesem Fall wurde der Hass auf die jüdischen Menschen sehr drastisch dargestellt und trotzdem schien sich niemand genötigt dagegen irgendetwas zu unternehmen. Auch hier gilt: Gebt den Nazis ein Gesicht!
v.l. Julian Treuse,94,119,118

Linksunten Personenregister
Weitere Teilnehmende entnehmt ihr bitte der Linksunten Kommentarspalte.

… zu den Protesten.
Die Proteste waren wieder einmal durchweg bürgerlich geprägt. Lediglich im Vorfeld organisiserten einige engagierte Antifas mehrere Mobiaktionen, zum Beispiel eine Graffiti-Aktion , ein Mobivideo mit zweifelhafter Musik, aber schönen Bildern und eine Plakataktion entlang der Route. Hier das passende Bild dazu:

„The Walking FETT“

Der Tag selbst war für die angereiste Antifas leider wieder ernüchternd, schlugen doch alle Möglichkeiten durch Polizeiketten aus mangelnder Initiative, zu wenig nachrückenden Menschen oder Pfeffersprayeinsatz fehl. Wir haben auf den Kundgebungen des BgRs eigene Flyer verteilt, um unsere Kritik an den dort stattfindenen Protestritualen auszudrücken. Wir laden den Flyer aber noch einmal gesondert hoch, wollen wir doch unsere lesendes Publikum nicht unnötig strapazieren und werden unsere Gedanken dazu später veröffentlichen.
Neben den Potestritualen des Bürgerbündnisses kritisieren wir vor allem einige von Weimars jüngeren Menschen, also augescheinlich Schüler*innen, Auszubildende und Studierende. Diese Menschen machten nämlich den Protest gegen Nazis zu einer sinnentleerten Party, indem sie mit Musikbox auf die Demo marschierten oder sich wie Raver kleideten. Des weiteren wirkte der Protest wie ein Who is Who der Weimarer Jugendszene. Manche Menschen liefen über die Demo und freuten sich nur darüber, dass Nazis doof und sie selbst da und dagegen sind, also folglich die Guten. Eine inhaltliche Auseinadersetzung fehlte hier vollkommen. Vielmehr schien der Protest zur sich Selbstbeweihräucherung, da mensch ja für die gute Sache ist, zu verkommen.
Einziges Mittel dagegen kann nur ein aufklärerischer Gedanke sein.

… und sonst so?
Bedanken wir uns bei allen Menschen, Gruppen und Journalisten, die nach Weimar gekommen sind, uns unterstützt haben oder anderweitig in Aktion getreten sind. Wir erhoffen uns von euch allen fundierte, sachliche Kritik und probieren im nächsten Jahr gemeinsam Fischers Spektakel effizienter zu stören.

Bis dahin leisten wir weiter antifaschistische Arbeit in Weimar, dokumentieren antifaschistische Aktionen oder kritisieren, das was wir in und um Weimar für kritikwürdig halten.

PS: Danke an Sören Kohlhuber für die Bilder :)

Antifa Koordination im Februar 2016.

Update 2

Letzendlich hat sich die Route nochmal geändert. Die Nazis werden nun voraussichtlich auf dem Hermann-Brill-Platz ihre Auftaktkundgebung starten. Von dort aus werden sie sich von der Fuldaer Straße bis hin zur Thälmanstraße.Über die Schopenhauer Straße werden sie schlussendlich am Hauptbahnhof ankommen.

Des Weitern gibt es von den Nazis ein Mobi-Video das wieder einmal die Herzen aller Kartoffel_innen höher schlagen lässt ;) Auch Nazis aus Zweibrücken haben ihr Kommen angekündigt. Sie besuchten auch schon die letzten Jahre den Trauermarsch.

Um zusätzlich auch für Aussenstehende ein kurzen Überblick über die Besucher des Trauermarsches zu bekommen, haben wir ein Collage für euch zusammengestelllt.

Die Tage wird noch ein kurzes Update zu EA-Nummern und weiterem folgen.

6.02 Naziaufmarsch verhindern!

Update 1

Die Nazis werden nun hin gegen aller Erwartungen ihren Auftakt 12:00 am Goetheplatz starten.

Ob die Route dann tatsächlich dort startet bleibt abzuwarten. Hat doch die Stadt in den letzten Jahren den Nazis immer wieder die gleiche Route beauflagt. Wir dürfen also gespannt bleiben(Weitere Infos gerne an akweimar@riseup.net) .Ein weiterer Routenverlauf ist bis jetzt sehr ungewiss. Das BgR war dieses Jahr nicht in der Lage verwertbare Infos  ans Tageslicht zu bringen, was dem Fakt geschuldet ist, dass der bürgerliche Gegenprotest immer mehr in ein Spaßevent mutiert und somit auch mehr und mehr zu einer Imagekampange der Stadt Weimar geworden ist. Außerdem sind in den letzten Wochen und Tagen vermehrt Sticker und Flyer für den Trauermarsch aufgetaucht.

Wie bereits im letzten Jahr wurde ebenfalls in Magdeburg von Michael Fischer und Konsorten aktiv Mobi betrieben

6.02.2016 Naziaufmarsch in Weimar Verhindern!

“Mein Crystaldealer berichtet…”: Michel Fischer wurde zum Jahreswechsel beim Tierheim Weimar abgegeben

via thueringen-rechtsaussen

Aus der Rubrik “Mein Crystaldealer berichtet”: Das Tierheim in Weimar freut sich über Zuwachs. Zum Jahreswechsel wurde erstmals ein Pinguin in die Obhut der Heimverwaltung gegeben. Der flugunfähige, aber sprechende Seevogel aus Tannroda stand bereits am Nachmittag strahlend vor den Toren der städtischen Einrichtung zum CheckIn und ein Pfeil an seinem Kopfschmuck wies Michel Fischer den richtigen Weg zu seinen neuen Spielgefährten, die auf Namen wie Jacky, Spike und Balu hören. FischiDer Pinguin sollte bereits Anfang Dezember 2015 nach Sachsen übergeben werden, doch dagegen sträubte sich das Ordnungsamt der Stadt Leipzig. Am 12. Dezember 2015 waren drei Neonazi-Aufmärsche in der Stadt geplant, die dann zu einem zusammengelegt wurden. Der „Die Rechte“-Funktionär Alexander Kurth meldete zuerst den gefiederten Kameraden Fischer aus Thüringen als Versammlungsleiter für die Demonstration an, schließlich hatte der schon öfter das Rudel angeführt und für Ordnung gesorgt. Die Leipziger Behörde überprüfte anhand des Führungszeugnisses von Fischer, wie sich dieser in seinem bisherigen Lebensraum verhielt. Dabei stieß sie auf mehrere Verurteilungen in den letzten Jahren:

– 27.03.2013 Amtsgericht Weimar Beihilfe zur vorsätzlichen Körperverletzung 600€ Geldstrafe
– 03.09.2013 Amtsgericht Wolfsburg Volksverhetzung 300 € Geldstrafe
– 28.11.2013 Amtsgericht Weimar Sachbeschädigung in zwei Fällen 450€ Geldstrafe
– 13.11.2014 Amtsgericht Hamburg – St. Georg Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung 600 € Geldstrafe
– 12.02.2015 Landgericht Erfurt Gefährliche Körperverletzung, Freiheitsstrafe von 9 Monaten auf 3 Jahre Bewährung
– sowie ein Strafbefehl dessen Rechtskraft Ende 2015 noch nicht sicher war: Amtsgericht Hamburg-Harburg, Verstoß gegen das Uniformierungsverbot 1440€ Geldstrafe, Fischer hatte sich m 26.07.2014 in Hamburg mit mehreren Personen getroffen, die das gleiche T-Shirt „Weiße Wölfe Terrorcrew“ trugen
Schon wieder kein(e) Versammlungsleiter

Bekanntermaßen setzen Pinguine auch schon mal Schnabel und Flossen bei gewalttätigen Übergriffen ein. Dabei ist Michel Fischer auch gemeinsam mit seinem Vatertier zugange, wie zwei Tierdokumentionen aus Bad Nenndorf und Jena zeigen. Bereits am 1. Mai 2012 musste in Weimar eine Neonazi-Demo aufgelöst werden, weil Fischer damals noch als Jungtier gegen Auflagen verstieß, jedoch zur selben Zeit Versammlungsleiter war. 2013 sprach ihm die Stadt Erfurt ab, fähig zu sein, die Neonazi-Demo Freier Kräfte am 1. Mai desselben Jahres leiten zu können. Auch am 7. Februar 2015 musste Fischer als Anmelder des jährlichen Trauermarsches in Weimar seinen Posten räumen (Video), weil ihn die Versammlungsbehörde der Stadt Weimar als Leiter ablehnte. Mit Bescheid vom 9. Dezember 2015 teilte daher auch das Ordnungsamt der Stadt Leipzig mit: „Um die Versammlung am 12.12.2015 störungsfrei und ohne vermeidbare Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung durchführen zu können, ist auch die Kompetenz und Durchsetzungskraft gefordert. (…) Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass eine zuverlässige und geeignete Person als Leiter eingesetzt wird. Diesem Anspruch genügt Herr Fischer nicht. Die vorliegenden Verurteilungen weisen zudem starke versammlungsrechtliche Bezüge auf und sprechen für die latent vorhandene Gewaltbereitschaft des Herrn Fischer, die offensichtlich jederzeit in Gewalt umschlagen kann“.

Wegen der extremen klimatischen Bedingungen in Thüringen überwintert Fischer die kommenden Wochen im Weimarer Tierheim und wird die Zeit nutzen, um in sich zu gehen. Für ihn ist dabei gut gesorgt. Wie ein Foto bei der Ankunft von Fischer am Heimtor zeigt, hat er sogar selber Essen für seinen ersten Tag mitgebracht. Für den Pinguin ist es gleichzeitig auch ein Probelauf, denn wenn er seine Aktivitäten wie im Vorjahr fortsetzt könnte er 2016 endlich Anspruch auf das „große Gehege“ in Tonna oder in Suhl-Goldlauter erlangen. Am 6. Februar ist wieder ein größeres öffentliches Treffen geplant, wenn sich seine Artgenossen bei einer gemeinsamen Brutkolonie zum Gedenkmarsch in Weimar versammeln.

Der Vollständige Artikel mit Links (noch witziger!)
Ist hier zu finden